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Anspach Zwischen
Nürnberg und Anspach ist das Land ganz sandig. Das kleine Fürstenthum
Anspach hat an natürlichenlichen Gütern wenig Vorzügliches. Es hat keinen
Wein und nur die Früchte, welche der tiefe Sandboden erlaubt. Die Einwohner
scheinen auch in schlechten Umständen zu sein. Die Tannenwälder nehmen
den größten Platz ein, und die meisten Dörfer sind aus armseligen Hütten
mit Holz gedeckt, zusammengesetzt. Die Stadt Anspach liegt zwischen Bergen in einem angenehmen Thale, welches durch die vielen Alleen, die um die Stadt sind, ein artiges Aussehen gewinnt. Anspach hat 900 Häuser und 10.000 Einwohner. Die Stadt, an deren Grenze das fürstliche Schloß stehet, ist klein, alt und winkelig gebaut, die Häuser sind von Ziegeln und haben kein äußerliches Ansehen. Um die Stadt her sind einige neue Anlagen, von welchen nur allein die Herriedervorstadt den Namen einer Vorstadt verdient, und ziemlich regulär angelegt ist. Die übrigen Straßen sind ohne allen Plan hingeworfen, und müssen bey mehrerer Zunahme an Häusern noch unregelmäßiger werden. In diesen Straßen stehen viele schöne Gebäude und Gärten; viele Straßen und Wege sind mit Alleen besetzt, und der kleine Fluß Rezar ist in verschiedene Kanäle geleitet, die meist mit Bäumen besetzt sind. Dieses zusammen giebt einen ganz artigen Anblick und ersetzt das, was der inneren Stadt an Schönheit abgeht. Merkwürdigkeiten, die den Fremden interessieren könnten, gibt es hier keine. Die größte Merkwürdigkeit ist der berühmte Dichter Hr. Uz der wegen seines Karakters ebenso schätzbar ist, als wegen seiner Poesie. Das Frauenzimmer Anspachs liebt den Kleiderputz und den Aufwand des Vergnügens außerordentlich. Es lässt sich gerne anbeten, daher die Stutzer, Pflastertreter und Fliegenfänger beständig in kleinstädtischen Putze durch die Straßen spazieren um ihnen den Hof zu machen. Die gemeinen Weibsleute kleiden sich sehr abgeschmackt, und ihre Hauben sehen ganz scheußlich aus. In Feuchtwang einem Grenzstädtchen des Anspachschen sahen wir einen sonderbaren Hochzeitzug. Vier Musikanten in Mänteln und runden Hütchen, welche ihre Geigen an sich hingebunden hatten, geigten voraus. Das Brautpaar und zween Geistliche in großen Perücken folgten unmittelbar auf die Geiger, und die Hochzeitsgäste schloßen die Prozeßion. So zogen sie unter Anführung eines Bettelvogts, der mit dem Stock commandierte, mit der erbaulichen Musik durch die Straßen und berochen immer ihre in Händen habende Zitronen, als ob ein gräßlicher Gestank auf der Straße gewesen wäre. zurück zu Matthias |